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Mein eigener Karatewerdegang ist wohl symptomatisch für den Beginn mit dem Karate in der Anfangsperiode: Meinen Trainer lernte ich als 16jähriger in einer Diskothek kennen. Dieser hatte 1969 im Karate-Dojo Lahnstein/Rhein mit dem Karatetraining begonnen, ca. 50 km von seinem Heimatort entfernt. Nachdem er die Prüfung zum 8. Kyu bei BT Ochi abgelegt hatte, fand er in der Nähe seines Heimatortes eine kleine Turnhalle und verlagerte sein Training ab sofort nach dort. Die Linoleumplatten hatten sich teilweise gelöst und die Halle wurde im Winter nicht beheizt. 





Hintergrund war nicht die Gründung eines Dôjôs, sondern die Entfernung zum Trainingsort. Hinzu kamen ein paar Interessenten aus dem Freundeskreis und schon wurde aus einem 8. Kyu ein Trainer. Die Kata Tekki Shodan brachte er sich mittels eines Lehrbuchs von Masatoshi Nakayama selbst bei. Das Training fand dienstags und donnerstags in der Zeit von 20.00 bis 22.00 Uhr statt. Sonntags wurde zusätzlich von 09.00 bis 12.00 Uhr trainiert. Trainingsinhalt war das gesamte technisch bekannte Répertoire. Die Aufwämgymnastik, einschließlich konditioneller Übungen, dauerte ca. 45 Minuten. So gründete sich ein Karateverein. Mein damaliger Trainer ist dem Karate treu geblieben und ist heute Träger des 5. Dan.








Mein erster Karateunterricht beschränkte sich auf das Erlernen von Seiken-Choku-Tsuki. Nach der Gymnastik wurde ich als Neuling mit dem Gesicht zur Wand gestellt und durfte in drei Zeiten Seiken-Choku-Tsuki bis zum Trainingsende ausführen. Mit den Worten „halte die Schultern gerade“ wandte sich der Trainer der übrigen Schülergruppe wieder zu. Später kamen noch Abhärtungsübungen hinzu: Ein Partner hielt seinen gespannten gestreckten Arm hin, während der andere Partner mit seinen Unterarmen von allen Seiten darauf einschlug. Großer Beliebtheit erfreuten sich noch „Entengang“ durch die Halle als Bestrafung bei kleinen Unaufmerksamkeiten und Mißgeschicken der Schüler, als auch mit einem Partner auf den Schultern in Zenkutsu-Dachi durch die Halle gleiten. „Dies förderte die Haltung des Oberkörpers und die Stärkung der Beinmuskulatur.“

Die Techniken wurden von Beginn an bis zum Endpunkt mit maximaler Muskelan-spannung ausgeführt, wodurch die Techniken sehr statisch wirkten, um das Wort verkrampft nicht zu verwenden.

So wurde bei der Abwehr eines Tsukis mit Soto-Ude-Uke einfach draufgehauen, um nur ein Beispiel zu nennen. In der Folge waren die Farben grün und blau immer am Körper vertreten. Etwas zu hinterfragen war unbekannt und nicht erwünscht. „Karate ist halt hart.“

So war das damals. Heute kann ich darüber nur noch schmunzeln. Es hat sich sehr viel getan bezüglich Training und Verbandsstrukturen. Das Angebot reicht von Sound-Karate bis zu Karate mit Behinderten. Info: www.karate.dkv.



Prüfung zum 5. Dan am 11.04.2008 in Erfurt


 
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